ADHS-Ausbildungskompass

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Dein Ausbildungsende ist in Sicht? Du musst bald für die Zwischen- oder Abschlussprüfung büffeln und bist auf der Suche nach Tipps? Oder du willst dich informieren, wie du als ADHSler Prüfungserleichterungen bekommen kannst? Vielleicht machst du dir auch schon Gedanken über die Zeit nach der Ausbildung? Dann bist du hier auf jeden Fall richtig. Klicke dich einfach durch die drei Themen „Prüfungserleichterung“, „Tipps rund um die Prüfung“ und „Wie geht’s nach der Ausbildung weiter?“.


Prüfungserleichterung beantragen

Wenn dich dein ADHS so stark beeinträchtigt, dass du gegenüber anderen Azubis ohne ADHS in Prüfungen benachteiligt bist, kannst du versuchen, Prüfungserleichterungen zu beantragen. Dazu kannst du bzw. können deine Eltern (wenn du noch nicht 18 bist) bei deiner zuständigen Kammer einen Antrag auf Nachteilsausgleich stellen, z. B. für die Zwischenprüfung, aber auch für die Abschluss- oder die Gesellenprüfung. Damit dein Antrag eine Chance auf Erfolg hat, müsst ihr verschiedene Nachweise erbringen und ein paar Dinge beachten:

  • Mehr Zeit für die Aufgaben
  • Häufigere Pausen
  • Die Prüfung darf am eigenen Arbeitsplatz durchgeführt werden
  • Mündliche Prüfung anstelle einer schriftlichen
  • Einzelprüfung statt Gruppenprüfung

Achtung: Am Inhalt der Prüfung ändert sich nichts und lernen musst du natürlich genauso!

Du brauchst eine ärztliche Bescheinigung oder ein psychologisches Gutachten, das deine Beeinträchtigung durch ADHS und ggf. andere Lernbehinderungen nachweist. Die Bescheinigung bzw. das Gutachten sollte Empfehlungen für Erleichterungen wie z. B. mehr Zeit für die Prüfung enthalten.

Oft wird ein Schreiben deines Ausbildungsbetriebs und/oder der Berufsschule gefordert, das deinen Nachteil bestätigt und Prüfungserleichterungen empfiehlt.

Für den Fall, dass du einen Schwerbehindertenausweis hast, lege eine Kopie bei.

Der Antrag auf Nachteilsausgleich muss schriftlich an die zuständige Kammer gestellt werden. Die für den Antrag benötigten Nachweise und Unterlagen können von Bundesland zu Bundesland verschieden sein. Informiert euch unbedingt vorher bei deiner Kammer, was ihr für den Antrag braucht. Das Wichtigste: Stellt den Antrag so früh wie möglich vor der Prüfung, spätestens aber mit der Prüfungsanmeldung! Gut zu wissen: Für die Zwischenprüfung und die Abschlussprüfung sind getrennte Anträge notwendig.

Bei jedem Antrag wird von Fall zu Fall entschieden. Das heißt, jeder Fall wird individuell betrachtet und entschieden. Übrigens: Wenn du zusätzlich zu deinem ADHS noch Legastheniker bist oder eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) hast, kann das deine Chancen verbessern, dass dein Antrag bewilligt wird.


Tipps rund um die Prüfung

In fast allen dualen Ausbildungsgängen musst du eine Zwischenprüfung sowie eine Abschlussprüfung absolvieren. Beide bestehen meist aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Bei handwerklichen Ausbildungen ist zusätzlich eine praktische Prüfung Teil der Abschlussprüfung. Wichtig für dich zu wissen: Damit dein Ausbildungsbetrieb dich zur Abschlussprüfung anmelden kann, musst du an der Zwischenprüfung teilgenommen haben und ein vollständiges Berichtsheft vorweisen. Dann heißt es Endspurt: Hier einige Tipps, wie du deine Prüfung erfolgreich angehst.

Du hast eine schnelle Auffassungsgabe und erledigst Sachen meist locker auf den letzten Drücker? Schön für dich, aber das wird dir nicht helfen, deine Prüfungen gut zu bestehen. Tatsächlich führt kein Weg daran vorbei, rechtzeitig mit dem Lernen zu beginnen – und zwar vom Beginn deiner Ausbildung an. Denn deine Mitschriften aus der Berufsschule und deine Notizen aus dem Betrieb bilden die Grundlage für deine Prüfungsvorbereitung. Fehlende Unterlagen solltest du dabei regelmäßig ergänzen. Etwa 8 bis 12 Wochen vor der Prüfung sollest du dann richtig loslegen. Mach dir unbedingt einen Wochenplan, der genau festlegt, wann du was lernst.

Jeder Mensch lernt auf unterschiedliche Weise am besten. Das hängt damit zusammen, wie dein Gehirn Informationen verarbeitet, und daraus folgt, welcher Lerntyp du bist:

  1. Der visuelle Typ: Du lernst am besten, wenn du etwas gesehen und aufgeschrieben hast? Bilder und Grafiken helfen dir beim Erinnern? Dann bist du vermutlich ein visueller Typ. Schreibe dir den Prüfungsstoff auf jeden Fall auf und ergänze ihn wo möglich durch Bilder.
  2. Der auditive Typ: Du lernst besonders gut, wenn du etwas gehört hast? Dann spreche den Prüfungsstoff am besten auf Band oder dein Smartphone, damit du ihn dir anhören kannst, mache im Unterricht Mitschnitte und lies dir den Lernstoff laut vor.
  3. Der kommunikative Typ: Du kannst dir Sachen besonders gut merken, wenn du mit anderen darüber gesprochen oder diskutiert hast? Als kommunikativer Lerntyp lernst du besonders gut in Lerngruppen, wenn du dich mit anderen austauschen kannst.
  4. Der motorische Typ: Gehörst du vielleicht zu den „Machern“, die sich etwas am besten merken können, wenn sie es selbst gemacht bzw. umgesetzt haben? Läufst du beim Lernen gerne herum? Menschen des motorischen Typs lernen am besten, wenn sie das Lernen mit Bewegung verbinden. Du kannst dir den Prüfungsstoff z. B. auf Karteikarten schreiben. Die kannst du dann überall hin mitnehmen oder auch in einem Raum verteilen und dich beim Lernen von Thema zu Thema bewegen.

Versuche herauszufinden, welcher Lerntyp du bist, und probiere dazu einfach die verschiedenen Möglichkeiten aus!

Die meisten Menschen lernen am besten, wenn sie Ruhe haben und durch nichts abgelenkt werden. Das heißt, in einem ruhigen Raum, wo man die Tür schließen kann. Oder z. B. in einer Bibliothek, wo es sowieso ruhig ist. Auch der Schreibtisch sollte möglichst leer sein. Räume deshalb alles, was du nicht zum Lernen brauchst, weg und schalte dein Handy aus! Die meisten ADHSler lernen so am besten, aber nicht alle. Manchen hilft es, im Hintergrund Musik oder das Radio laufen zu lassen oder die Umgebung zu wechseln. Auch hier gilt: Du musst selbst herausfinden, was für dich am besten ist!

Es gibt zahlreiche Lerntechniken und -methoden. Welche für dich am besten geeignet sind, kann z. B. von deinem Lerntyp abhängen, aber auch einfach davon, womit du am besten zurecht kommst. Unter Nützliche Links haben wir dir einige Internetadressen zusammengestellt, die sich ausführlich mit Lerntechniken beschäftigen und Tipps geben. Hier möchten wir dir deshalb nur kurz drei Methoden vorstellen, die sich nicht nur bei Jugendlichen mit ADHS bewährt haben:

  1. Reimen: Um dir Zahlen oder Formeln zu merken, kannst du dir einen Reim ausdenken, z. B. „6 x 6 ist 36 – ist der Lehrer noch so eisig“. Oder z. B. „Durch 0 teile nie, das bricht dir das Knie“.
  2. Wandern: Stell dir vor, du musst fünf verschiedene Begriffe auswendig lernen, z. B. unterschiedliche Materialien. Schreibe dir jeden Begriff auf einen großen Zettel. Hänge dann die 5 Zettel in deinem Zimmer an verschiedene Gegenstände oder in verschiedenen Räumen auf. Dann gehst du mindestens dreimal durch die Wohnung bzw. dein Zimmer. Wiederhole die Begriffe dreimal laut, wenn vor du ihnen stehst. In der Prüfung kannst du dann in Gedanken durch dein Zimmer oder die Wohnung laufen und dich so viel leichter erinnern.
  3. Wiederholen: Wiederholung ist die vielleicht älteste Lerntechnik der Welt. Das Prinzip: Wiederhole deinen Lernstoff so oft, bis du ihn auswendig kannst! Sei es durch lautes Vorlesen oder mehrfaches Abschreiben und indem du dich abfragen lässt oder dich selbst abfragst, z. B. mit Hilfe von Karteikärtchen.

Während der letzten zwei oder drei Tage vor der Prüfung solltest du keinen neuen Stoff mehr lernen, sondern nur noch wiederholen. Dabei solltest du am Abend vor der Prüfung etwas früher mit dem Lernen aufhören. Packe lieber die Sachen zusammen, die du für die Prüfung brauchst, also Stifte, Taschenrechner (sofern erlaubt) etc. Lege dir die Kleidung zurecht, die du anziehen willst. Bei schriftlichen Prüfungen etwas Bequemes, bei mündlichen darf es manchmal auch etwas schicker sein. Geh früh zu Bett, damit du ausgeschlafen bist, und stell dir sicherheitshalber zwei Wecker. Plane dabei Pufferzeit für Staus oder Ähnliches ein und stehe lieber etwas früher auf, damit du ohne Stress zur Prüfung kommst. Damit dir in der Prüfung nicht die Puste ausgeht, nimm dir etwas zu essen und zu trinken mit, z. B. Obst, Brot, Nüsse und Wasser.

Versuche, positiv zu denken, und motiviere dich, indem du dir selbst Mut machst. Denk an die vielen Azubis, die die Prüfung schon vor dir geschafft haben und vermutlich auch nicht schlauer waren als du! Entspannungstechniken können ebenfalls helfen, Prüfungsangst abzubauen. Sprich mit deinem Berufschullehrer und am besten mit ehemaligen Azubis, die die Prüfung schon hinter sich haben. Wenn deine Angst jedoch so stark ist, dass du alleine nicht damit klar kommst, hol dir rechtzeitig Hilfe. Wende dich an an die Beratungslehrkräfte oder Sozialpädagogen an deiner Berufsschule. Sie kennen die genauen Anforderungen an die Auszubildenden und wissen deshalb auch, was zu tun ist und welche Angebote dir weiterhelfen können. Es gibt auch die Möglichkeit, sich an eine psychologische Beratungsstelle oder direkt an einen Psychologen zu wenden.
Natürlich kann dich auch die Berufsberbatung deiner Agentur für Arbeit beraten und z. B. mit Nachhilfeunterricht in Berufsschulfächern unterstützen.

Selbst wenn du einen schlechten Tag erwischst und die Prüfung nicht bestehst, bleibt dir immer noch die Möglichkeit, sie zu wiederholen. Die Abschlussprüfung kann insgesamt zweimal wiederholt werden (§37 Berufsbildungsgesetz). Auszubildende können dafür entweder im Betrieb bleiben oder die Prüfung selbstständig außerhalb des Betriebs organisieren. Informiere dich dazu bei deiner zuständigen Kammer. Gut zu wissen: Dein Betrieb darf dir trotz nicht bestandener Prüfung nicht kündigen. Du bekommst weiter deine Vergütung und dein Ausbildungsvertrag verlängert sich – allerdings um höchstens ein Jahr.

Wenn du die Prüfung nicht bestanden hast, weil Dinge gefragt wurden, die du in deinem Ausbildungsbetrieb nicht gelernt hast, obwohl sie in der Ausbildungsordnung stehen, ist das Prüfungsergebnis ungültig. Du musst allerdings anhand deines Berichtshefts nachweisen können, dass der Stoff nicht vermittelt wurde. Die Prüfung kannst du dann nachholen und gegebenenfalls hast du sogar ein Anrecht auf Schadenersatz wegen Verdienstausfall. Wende dich in diesem Fall unbedingt an die Ausbildungsberatung deiner zuständigen Kammer.


Unsere Top-Ten-Prüfungstipps

  1. Rechtzeitig beginnen zu lernen: Mindestens 12 Wochen vorher!
  2. Lernen lernen: Finde schon zu Beginn deiner Ausbildung heraus, wie und mit welchen Methoden du am besten lernst. Eventuell weißt du noch aus der Schulzeit, welche Methoden am besten zu dir passen.
  3. Ideale Lernumgebung finden: Finde heraus, was für dich die beste Umgebung ist, z. B. ein sehr ruhiger Raum oder aber mit Hintergrundmusik etc.
  4. Den Prüfungsstoff überblicken: Verschaff dir einen Überblick darüber, was alles Teil der Prüfung sein wird, bevor du in die Tiefe gehst. Stelle alle notwendigen Materialien und Unterlagen zusammen. Wenn du dir nicht sicher bist, frage nach: bei deinem Ausbilder, deiner Berufsschule oder der zuständigen Kammer.
  5. Alte Prüfungen besorgen: Schau dir alte Prüfungen an und nutze sie zum Üben. Frage auch ehemalige Azubis nach ihren Unterlagen und Erfahrungen und bitte sie um Tipps.
  6. Zeitplan machen: Feste Zeiten zum Lernen einplanen.
  7. Lerne in Etappen: Teile den Lernstoff in Häppchen und belohne dich immer dann, wenn du einen Teil geschafft hast.
  8. Zusammenfassungen schreiben: Um Lernstoff sinnvoll zusammenzufassen, musst du dich intensiv damit beschäftigen und ihn verstehen.
  9. Zeit für Entspannung einplanen: Nur noch Lernen hält niemand durch. Plane Pausen mit ein und tue Dinge, die dir Spaß machen und dich entspannen.
  10. Wiederholen, wiederholen, wiederholen – bis der Stoff sitzt!

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Wie geht's nach der Ausbildung weiter?

Mit einer abgeschlossenen dualen Ausbildung hast du eine solide Basis für dein weiteres Berufsleben geschaffen. Wie die meisten jungen Menschen willst du jetzt wahrscheinlich erstmal Berufserfahrung sammeln und Geld verdienen. Vielleicht wirst du von deinem Ausbildungsbetrieb übernommen. Falls nicht, heißt es einen neuen Arbeitgeber suchen. Hier bekommst du Tipps rund um den Berufseinstieg und einen Überblick darüber, welche Möglichkeiten du sonst noch hast.

Dein Betrieb möchte dich gerne übernehmen? Herzlichen Glückwunsch! Wenn du das auch möchtest, sind das perfekte Bedingungen für einen Berufseinstieg. Denn du kennst den Betrieb bereits und weißt, was auf dich zukommt. Informiere dich mindestens fünf Monate vor Ausbildungsabschluss, ob dein Betrieb dich übernehmen wird. In manchen Betrieben gibt es auch betriebliche Vereinbarungen oder Tarifverträge, die regeln, ob Azubis übernommen werden. Einen generellen Rechtsanspruch auf Übernahme gibt es jedoch nicht.

Dein Betrieb kann oder will dich nicht übernehmen? Keine Sorge, so geht es dem Großteil aller Azubis nach ihrer Abschlussprüfung. Doch einen neuen Arbeitgeber zu finden und so einen neuen Betrieb kennenzulernen, kann durchaus Vorteile haben. So sammelst du wieder neue Erfahrungen und kannst deine Kenntnisse noch weiter ausbauen. Wichtig für dich: Wenn du nicht übernommen wirst, sollest du dich spätestens drei Monate vor Ausbildungsende bei deiner Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden, damit du keine Zeitsperre beim Arbeitslosengeld bekommst. Denn wenn du nach der betrieblichen Ausbildung nicht direkt einen Job findest, hast du Anrecht auf Arbeitslosengeld. Beginne auf jeden Fall noch während deiner Ausbildung mit der Suche nach einer neuen Stelle, z. B. hier:

  1. Jobbörsen im Internet (siehe auch Nützliche Links)
  2. Unternehmenswebseiten mit Stellenausschreibungen
  3. Stellenanzeigen in Tageszeitungen
  4. Jobbörse der Agentur für Arbeit
  5. Verwandte, Freunde und Bekannte fragen

Gut zu wissen: Wenn du weißt, dass du nicht übernommen wirst, darfst du dich während der Ausbildungszeit für Bewerbungen von deinem Betrieb freistellen lassen. Denke daran, den Antrag auf Freistellung rechtzeitig zu stellen.

Nach Ausbildungsabschluss gibt es viele Möglichkeiten, wie du durch eine Weiterbildung oder Fortbildung deine beruflichen Chancen verbessern kannst. Für einige wie z. B. die Fortbildung zum Meister benötigst du meistens Berufserfahrung. Andere wie z. B. Zusatzqualifikationen kannst du direkt im Anschluss an deine Ausbildung erwerben. Was genau es für Möglichkeiten in deinem Ausbildungsberuf gibt, erfährst du bei deiner zuständigen Kammer. Außerdem bietet die Agentur für Arbeit unter www.kursnet.arbeitsagentur.de ein eigenes Info-Portal zum Thema Weiterbildung an.

Du willst dein theoretisches Fachwissen weiter vertiefen und lernst gerne? Dann ist vielleicht ein Aufbaustudium das Richtige für dich. Mit einem Studium kannst du deine Karrierechancen verbessern, z. B. wenn du eine leitende Position anstrebst. Hast du Abitur, kannst du dich im Prinzip für jedes Studium bewerben. Aber auch ohne Abitur ist mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung unter bestimmten Voraussetzungen ein Studium möglich. Die Voraussetzungen sind jedoch von Bundesland zu Bundesland und auch von (Fach-)Hochschule zu (Fach-)Hochschule unterschiedlich. Informiere dich am besten bei dem für dich zuständigen Kultusministerium oder der Hochschule, die du besuchen möchtest.

Auch ein Zeitarbeitsunternehmen kann ein guter Berufseinstieg sein. Dabei „verleiht“ dich das Zeitarbeitsunternehmen, bei dem du angestellt bist, an wechselnde Unternehmen, die so ihre personellen Engpässe ausgleichen. Auf diese Weise kannst du wertvolle Berufserfahrung sammeln. Gleichzeitig hast du die Chance darauf, dass eines der Unternehmen, bei denen du als Zeitarbeiter tätig bist, dir eine Festanstellung anbietet.

Insbesondere für junge Eltern oder für die Pflege von Angehörigen kann eine Teilzeitbeschäftigung, die genug Zeit für die Familie ermöglicht, interessant sein. Allerdings fällt auch der Verdienst bei einer Teilzeitbeschäftigung geringer aus als bei einer Vollzeitstelle. Dazu kommt, dass in einigen Branchen Teilzeitstellen eher selten zu finden sind. Gut zu wissen: Auch über Teilzeitarbeit erwirbst du einen Anspruch auf gesetzliche Rente und reguläres Arbeitslosengeld.

In einigen Berufen kann auch die Selbständigkeit ein Weg in die Arbeitswelt sein, z. B. in zulassungsfreien Handwerksberufen, wie z. B. Estrichleger oder Feinoptiker, aber auch in einigen handwerksähnlichen Gewerben, für die keine Meisterausbildung erforderlich ist. Um dich selbständig zu machen, brauchst du eine gute Geschäftsidee sowie viel Engagement und Mut. Denn oft arbeiten Selbständige viel mehr als Angestellte und tragen dabei ein hohes finanzielles Risiko, falls es schief geht. Dafür bist du dein eigener Chef und genießt entsprechende Freiheit. Informiere dich bei deiner zuständigen Stelle, ob du dich in deinem Ausbildungsberuf selbstständig machen kannst.
Förderangebote gibt es sowohl vom Bund als auch von den Ländern und der Europäischen Union (EU). Es wird im Einzelfall geprüft , ob mehrere Förderangebote gleichzeitig genutzt werden können. Fördermöglichkeiten gibt es z. B. in Form von Finanzierungs- und Investitionshilfen wie Förderdarlehen und Zuschüssen, aber auch in Form von Beratung und Coaching in allen Phasen der Unternehmensgründung.
Empfängern von Arbeitslosengeld I können einen Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragen. Einstiegsgeld können Empfänger von Arbeitslosengeld II im Jobcenter beantragen. Zum Existenzgründerportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geht es hier.